Du kennst doch sicher auch die Gefühle der Angst aus dem Alltag? Ich schreibe hier nicht von der chronischen und übermächtigen Angst, die einer psychiatrischen oder/und psychotherapeutischen Behandlung bedürfen. Ich meine die übliche Spielart der Angst und der Sorgen, bei der wir auf uns selbst angewiesen sind, diese in den Griff zu bekommen. Das geht von den leichten Sorgen von anderen abgelehnt zu werden über die Aufregung vor einem Bewerbungsgespräch, bis zur Panik vor einem öffentlichen Auftritt oder einer Prüfung.

Kampf und Flucht. Angst ist für uns Menschen ja auch überlebensnotwendig. Angst weißt uns darauf hin, dass eine Gefahr droht und wir reagieren müssen. Angst hilft uns gefährliche Situationen zu vermeiden oder aus Ihnen zu fliehen. Angst ist oft mit körperlichen Begleiterscheinungen verbunden wie Herzklopfen, Aktivierung, Schwitzen, Anspannung und Ähnlichem. Dadurch macht Angst auch zunächst leistungsfähiger, weil wir unsere Kräfte rasch mobilisieren können um zu kämpfen oder zu fliehen. Auf Dauer gesehen wird die Angst uns jedoch schwächen. Von Natur aus ist es vorgesehen, dass die Symptome der Angst verschwinden, wenn die Gefahr vorüber ist.

Für Steinzeitmenschen war es sicher notwendig aktivierende Körperreaktionen zu bekommen, um vor einem Bären zu flüchten oder in einem Kampf auf Leben und Tod. Heute sind diese körperlichen Reaktionen nicht notwendig, da es in unseren Breitengraden selten wilde Tiere oder andere lebensbedrohliche Gefahren gibt. Dennoch haben wir Angst. Und wir haben auch bei einfachen Sorgen schon körperliche Reaktionen.

Moderne Angst. Jeder Mensch kann Angst und Sorgen erleben. Die meisten Ängste sind erlernt, denn schon unsere Eltern haben viel Mühe darauf verwendet uns Angst vor z.B. Hunden, Straßen, Dunkelheit, alleine sein uvm. beizubringen. Und viele Sorgen haben wir uns von unseren Bezugsmenschen einfach abgeschaut. Viele Menschen haben Angst, von anderen abgelehnt zu werden, vor einem Konfliktgespräch mit einer Vorgesetzten, davor einen Fehler zu machen, nicht rechtzeitig mit einer Arbeit fertig zu werden, krank zu werden, kritisiert zu werden…

 

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1. Die häufigste Angst ist die Angst zu versagen und abgelehnt zu werden.

Millionen Menschen haben Angst abgelehnt zu werden und nicht zu einer Gruppe (Freundeskreis, Arbeitsteam, Gemeinde) dazuzugehören. Wir glauben, wenn wir einen Fehler machen, dann werden wir von anderen Menschen ausgelacht und abgelehnt. Wir trauen uns nicht unsere Meinung zu sagen, vor einer Gruppe zu sprechen, den Partner oder die Partnerin zu verlassen. Wir glauben, wir müssen perfekt sein und dürfen keinen Fehler machen oder Schwächen zeigen. Das wirkt sich verheerend auf unsere Lebendigkeit aus. Denn dann trauen wir uns nie, ganz wir selbst zu sein, sondern grübeln darüber, was andere über uns denken können. Und wir machen damit auch einen Denkfehler. Von anderen akzeptiert zu werden sagt nichts über mich selbst aus, aber viel über die Vorlieben der anderen Menschen.

 

Lösung: Selbstwertgefühl steigern

Nur wenn ich mich selbst akzeptiere, mit meinen Schwächen und Fehlern, nur dann kann ich die Angst vor Ablehnung und Versagen überwinden. Jeder Mensch kann lernen seine Selbstachtung und sein Selbstwertgefühl zu stärken. Sei selbst dein bester Freund oder deine beste Freundin und behandle du selbst dich und andere so, wie du von anderen Menschen behandelt werden willst.

 

2. Sorgen werden fast immer dem inneren Ohr vorgetragen.

Das ist für die Eindämmung der Sorgen von Bedeutung. Wir kennen alle den unbarmherzigen inneren Richter der uns sofort verurteilt, wenn wir etwas falsch gemacht haben. Er macht uns Vorwürfe, beschimpft uns, droht mit Konsequenzen. Der innere Richter ist nichts als die verinnerlichte Stimme der Eltern und Bezugspersonen. Er macht dir Angst und setzt dir unerreichbare Maßstäbe, denen niemand gerecht werden kann.

 

Lösung: die innere Stimme verändern

Es ist hilfreich die innere Stimme so zu verändern, dass wir sie nicht mehr ernst nehmen können. Das setzt voraus, dass du achtsam bist und erst einmal zuhörst, was der Kollege innerer Richter so von sich gibt, von welcher Richtung aus gesprochen wird, wie die Stimme klingt (hoch oder tief, hart oder weich, monoton oder melodisch…). Oder ist es ja gar eine innere Richterin?

Dann versuche die Stimme in die andere Richtung zu ändern. Etwa in dem du sie verzerrst, ganz hoch klingen lässt oder, was immer zu Schmunzeln führt, sie wie Mickey Maus klingen lässt. Du wirst merken, dass sich dein Gefühl ebenfalls verändert und du nicht länger Angst oder Sorgen erleben kannst.

3. Angst ist eine Form von Kontrolle. Eine negative Zukunft wird vorweggenommen. Das Gute an der Angst ist, dass man Gefahren in der Zukunft probeweise durchlebt um Wege zu finden mit diesen Problemen fertig zu werden. Die Sorgen weißen uns auf etwas Zukünftiges hin, auf das wir uns besser vorbereiten müssen. Wenn wir das getan haben, macht es keinen Sinn, sich länger Sorgen zu machen oder Angst zu haben.

 

Lösung: Angst durch Neugier ersetzen

Wenn man neugierig ist, dann sucht man nach Antworten und Lösungen und hat den Wunsch nach Wissen und Verständnis. Man stellt Fragen. Dazu muss man aktiv werden und das hat mehrere Vorteile. Zum einen kann ich mich durch das Tun von der Angst ablenken. Ich gewinne Vertrauen durch meine Vorbereitungen und gestalte meiner Zukunft. Und ich agiere im Hier und Jetzt und das ist woanders, als die Angst ist. Denn Angst haben wir immer vor der Zukunft

 

 

 

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Ich hoffe, meine Tipps helfen Dir bei der Bewältigung Deiner persönlichen Ängste und Sorgen! Ich wünsche Dir ein weitgehend sorgen- und angstfreies Leben in Energie und Vertrauen.