Man muss nicht alleine leben, um sich einsam zu fühlen. Es ist ein stummes Leiden. Niemand gibt gerne zu, dass er sich einsam und ausgeschlossen fühlt. Und man kann selbst einiges tun, um sich selbst aus Phasen der Einsamkeit zu befreien. Der erste Schritt ist es, zuzugeben, dass man einsam ist.

Kennst Du das Gefühl, wenn Du isoliert bist und ausgeschlossen und dich ungeborgen fühlst? Damit bist Du nicht alleine! Viele Menschen fühlen sich so und dieses Gefühl der Einsamkeit kann richtig krank machen. Einsamkeit wird in unserer Gesellschaft unterschätzt. Manche Menschen leiden schon ganz lange unter Einsamkeit und können sich gar nicht mehr vorstellen, dass sich dieser Zustand je ändern wird. Andere leiden momentan darunter. Einsamkeit zieht sich durch alle Altersgruppen. Die einsamsten Menschen sind zwischen 30 und 40 Jahre alt. Einsamkeit bedeutet, von einem ganz bestimmten oder von den Mitmenschen allgemein nicht gebraucht und wertgeschätzt zu werden.

 

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Alleinsein ist nicht Einsamkeit

Ich hatte in einer Selbsterfahrungsgruppe einmal einen weisen Lehrmeister. Einsamkeit ist der Verlust mit dem Kontakt zu sich selbst. Das hat er gesagt. Und das stimmt auch so. Denn zu mir selbst kann ich immer eine Beziehung haben. Auch wenn gerade kein anderer Mensch anwesend ist, kann dieser Zustand als befreiend erlebt werden. Es kann eine Chance sein, sich selbst besser kennenzulernen. Einsamkeit bedeutet, wenn wir das Alleinsein oder das Zusammensein mit anderen Menschen als Ausgeschlossensein erleben.

Einsamkeit kann immer auftreten. Sie kann vorübergehend sein oder dauerhaft bestehen.  Einsamkeit kann bestehen, auch wenn Menschen beruflich erfolgreich sind, in Vereinen engagiert sind, obwohl sie Kinder und Familie haben. Einsamkeit kann aufgrund der eigenen Einstellung entstehen oder äußerer Umstände. Es gibt kaum Menschen, die sich im Laufe ihres Lebens nicht einmal auch einsam gefühlt haben. Einsamkeit gehört zum Leben dazu.

Die momentane Einsamkeit werden wir nie aus unseren Leben verdrängen können. Sie ist auch wichtig, um uns zu besinnen, was uns wichtig ist. Unser Leben zu überdenken. Zu uns zu finden. Eine Auszeit nehmen. Wirklich krank macht die chronische Einsamkeit. Sie ist ein Zeichen von Selbstentfremdung. Einsamkeit zeigt uns, dass unser Leben nicht so verläuft, wie wir das gerne hätten. Und das kann ein Ansporn sein, das Leben nach den eigenen Wünschen zu verändern.

 

 

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Fünf Tipps um Einsamkeit zu überwinden

  1. Komm wieder mit Dir selbst in Kontakt

Lass zu, dass Du im Augenblick einsam bist und lerne, eine erfüllende Beziehung mit Dir selbst einzugehen. Denn nur dann, kannst Du auch ein guter Partner oder eine gute Partnerin sein. Lerne Dich selbst zu achten. Dann ist es nicht mehr so wichtig, diese Achtung von anderen Menschen zu bekommen. Du kannst die Einsamkeit überwinden, wenn Du negative Einstellungen zu Dir selbst, der Situation und der Zukunft in Frage stellst.

 

  1. Akzeptiere Dich so, wie Du bist

So bist Du auch völlig in Ordnung. Und manchmal muss man das auch lernen. Und nur wenn man sich selbst annimmt, kann man sich auch verändern. Klingt wie ein Widerspruch, ist es aber nicht. Denn wenn ich einen Teil von mir ablehne, dann führe ich einen innerlichen Kampf dagegen und habe keine Kräfte mehr frei für Veränderung. Wir sind alle Menschen mit Stärken und Schwächen. Vermeide es, Dich selbst abzuwerten und zu verurteilen.

 

  1. Setze Dir selbst Ziele

Diese Ziele solltest Du in jedem Fall auch alleine verwirklichen können. So kannst Du einen Kurs besuchen, etwas selbst herstellen, ein neues Rezept ausprobieren, Sport treiben, eine Patenschaft von einem Tier aus dem Tierheim übernehmen, etwas Künstlerisches gestalten…

Soziale Tätigkeiten helfen zu erkennen, dass Du auch anderen Menschen etwas zu geben hast. Mach auch alleine Dinge, die Dir mit einem Partner oder einer Partnerin Spaß machen würden. Dann hat Einsamkeit keine Chance.

 

  1. Beziehungen knüpfen

Erst wenn Du die ersten drei Tipps umgesetzt hast, kannst Du Dir überlegen wie, wo und mit wem Du Kontakt knüpfen kannst. Hier gibt es viele Möglichkeiten. Auch das Internet erleichtert die Kontaktaufnahme durch Partnerbörsen, Chats, Kontaktanzeigen. Weitere Möglichkeiten sind Fortbildungsveranstaltungen, Nachbarschaftszentren, Vereine, Selbsthilfegruppen. Sei offen, andere Menschen einfach nur kennenzulernen, ohne große Erwartungen daran zu knüpfen.

 

  1. Geduldig dran bleiben

Alles braucht seine Zeit – auch neue Kontakte und Beziehungen! Schau dir genau an, wen du da vor dir hast und wo vielleicht Zweifel auftauchen. Im besten Fall kannst du offen mit ihm oder ihr darüber reden. Ist das nicht der Fall, dann ist die Person es auch nicht wert.

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Solltest Du Schwierigkeiten haben diese Tipps gegen Einsamkeit umzusetzen, obwohl Du es möchtest, kann Dir auch eine professionelle Beratung helfen. Oft hilft es schon, sich etwas von der Seele zu reden und man erkennt seine blinden Flecken leichter.

 

Ich wünsche Dir ein gutes Leben, in Beziehung mit Dir selbst und anderen!